Profil

Hermann Matt

Mitglied seit 1950
Ehrenmitglied seit 1975
Ämter & Ehrungen
1980 – 1986 2. Vorsitzender
1986 – 2001 1. Vorsitzender
2001 Landesehrennadel des LABW
Verstorben 2022

Über Hermann

Hermann Matt wurde im jungen Alter von 16 Jahren von seinem Vater zu den Theaterproben, die damals noch im alten Saal im Gasthaus Sonne waren, mitgenommen und gleich in die Welt der Technik des Liptinger Theaters mit einbezogen. So trat er 1950 offiziell der Theatergesellschaft bei.

Er stand nie selbst auf den Brettern, die die Welt bedeuten, interessierte sich jedoch für alles ums Theater herum. Vor allem natürlich um die Angelegenheiten die sich hinter den Kulissen abspielten, wie zum Beispiel die richtige Ausleuchtung der Darsteller auf der Bühne. Hier erzählte er oft, dass man nach den Kriegsjahren ja nichts hatte und gezwungen war, mit ein paar alten Teilen die auf dem Speicher zu finden waren zu improvisieren, um sich einen Trafo oder andere Dinge zu bauen. Später dann, als die Zeiten besser wurden, nahm Hermann all seine technischen Möglichkeiten in Anspruch und saß stundenlang auf der Bühne im alten Löwensaal, um mit seinen eigenen Strahlern, Tonbandgeräten oder Mischpulten die Akteure auf der Bühne zu unterstützen. Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, seine eigenen Utensilien dem Verein zur Verfügung zu stellen bis dieser sich nach und nach eigenes Equipment leisten konnte.
Hermann war Zeit Lebens einer der engagiertesten Mitglieder im Verein überhaupt und so zeichnete sich ab, dass er auch irgendwann einmal in der Vorstandschaft mitmischen würde. 1980 wurde er zum 2. Vorsitzenden und 6 Jahre später zum 1. Vorsitzenden unseres Vereins gewählt. In den kommenden 15 Jahren erlebte unser Verein einen gewaltigen Aufschwung.

Durch seine Liebe zum Kulturgut Theater überhaupt war es ihm eine Herzensangelegenheit, für den Verein immer nur das Beste zu wollen. Dabei kam vor allem auch die Kameradschaft nicht zu kurz und Hermann organisierte Ausflüge wie z.B. zum Landestheater nach Stuttgart, in die Arena nach Verona oder ins Moulin Rouge nach Paris. Mit Weitsicht forcierte er 1992 die Mitgliedschaft unseres Vereines im Landesverband für Amateurtheater und konnte dies gleich beim Ausbau der Schlossbühlhalle nutzen. Seine Mitgliedschaft im Ortschafts- und Gemeinderat waren sicher kein Nachteil für Hermann um immer wieder geschickt mit der Gemeinde zu Gunsten unseres Vereines zu verhandeln. Vor allem der Bühnenvorhang hatte es ihm angetan, und so konnte er mit der finanziellen Unterstützung der Gemeinde, des Landesverbandes und mit eigenen Vereinsmitteln ein top modernes Vorhangsystem installieren lassen, welches ansonsten nicht finanzierbar gewesen wäre und wovon seither sicher nicht nur die Theatergesellschaft profitiert. Im Gegenzug handelte uns Hermann im Neubau der Schlossbühlhalle einen Lagerraum, um unsere Kulissen Bühnen nah lagern zu können, und im Keller einen eigenen Vereinsraum, der auf seinen Vorschlag hin Schusterstube getauft wurde, heraus. Auch bei der Auswahl der Geräte für die neue Küche war er nicht unbeteiligt, und als die Deckenverschalung der Bühne bereits für den Betoneinguss fertig war, konnte Hermann diesen gerade noch stoppen, um eine weitere Einschalung installieren zu lassen für den späteren Souffleurkasten. Beim Umbau der neuen Halle wurden Hermanns spontane Aktionen immer bekannter.

Einer seiner weiteren Träume war der Bau eines Lagerschuppens um die stets wachsende Anzahl der Kulissen und anderer Vereinsutensilien unterzubringen. Mit seinem Organisationstalent und seinen Kontakten überall hin organisierte er uns ein Gelände, welches wir damals pachtfrei von der Firma Bronner & Martin zur Verfügung gestellt bekamen, und durch seine Verbindungen zu den örtlichen Handwerkern und deren Unterstützung konnten wir unseren Lagerschuppen in fast vollständiger Eigenleistung mit nur minimalem Materialaufwand umsetzen. Im Jahr 2000 ließ Hermann die Theatergesellschaft ins Vereinsregister eintragen, wir waren nämlich bis Dato noch kein e.V. Zum 125-jährigen Vereinsjubiläum organisierte Hermann Matt den damals sehr bekannten Peter Steiner Theaterstadel und den Kabarettisten Manfred Hepperle.
Auch nach seiner Vorstandschaft hat er sich stets für den Verein interessiert und, solange es seine Gesundheit zuließ, jede Veranstaltung besucht. Die Theatervorstellungen sowieso.

Hermann wurde im März 2001 mit der zu diesem Zeitpunkt höchsten Auszeichnung, der Ehrenmedaille des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg ausgezeichnet. Als Hermann im Jahr 2001 seinen Vorsitz abgab, hinterließ er die Theatergesellschaft als einen grundsoliden und kameradschaftlich gefestigten Verein.